kamera

Oscarreife Bilder: Lernen vom Kameramann Sean Bobbitt

Im letzten Jahr gab es einen ganz besonders aufwühlenden Film in den Kinos, der mit spektakulär schönen Bildern ein furchtbares Kapitel der amerikanischen Geschichte beschreibt. „12 Years A Slave“ konnte auch die Oscar-Jury begeistern und erhielt den Preis für „Bester Film“. Natürlich braucht es ein hervorragendes Drehbuch, engagierte Schauspieler und einen verbissenen Regisseur. Aber auch einen guten Director of Photography, der die Bilder, die im Kopf von Autor und Regisseur enstehen, dann real auf Zelluloid bannen und somit das Erlebnis Filmstory für jeden sichtbar wird. In einem Interview erläutert Bobbitt die Hintergründe zu seinen Beweggründen, wie er welche Szene plante und was er mit welchen Techniken ausdrücken wollte. Warum lässt er die Protagonisten in der wunderbaren Landschaft Louisianas, mit schönen Kamerafahrten und bei zauberhaftem Licht die brutalsten Qualen erleiden die wohl Menschen jemals anderen Menschen angetan haben. Warum entscheidet er sich an einigen Stellen für anstrengend lange One-Shot-Sequenzen (lange Zeit ohne Schnitt)?

Doch zunächstfür alle die den Film noch nicht gesehen haben, damit wir wissen worum es in dem Streifen überhaupt geht, hier der Trailer:

 

Und hier das cinefii Interview von Sean Bobbitt:

 

Wer mehr von Sean Bobbitt lernen möchte, dem sei dieser sehr interessante 1h 36min lange Mitschnitt eines ARRI Workshops empfohlen. Hier erläutert er viel Wissenswertes über die Art und Weise des Filmens mit einer Schulterkamera, das ganze versetzt mit etwas Lobhudelei für den Sponsor ARRI.

 

 

Grüsse, Stephan von Starshine Pictures

Advertisements

Kameravergleich: Panasonic GH4 vs. 5D Mark III vs. C100

Nach dem riesigen überraschenden Erfolg der DSLR-Kameras bei Filmern seit Erscheinen der 5D Mark II von Canon im Jahre 2008 scheint es nun zu einer ersten Revolution im Markt der filmenden Fotoapparate zu kommen. In den letzten sieben Jahren gab es kaum wirkliche Neuerungen, ein bisschen Lowlight hier, ein wenig Moiré da, aber wirklich bahnbrechendes ist nicht geschehen. Dies ist wohl darauf zurück zu führen, dass sich Canon als der Platzhirsch  unter den DSLRs in seiner Rolle als Marktführer wohl allzu sicher fühlte. Zudem war die Dreingabe der Filmoption in die DSLRs wohl nie als Killerfeature gedacht, es war wohl eher ein „Ach wir haben da noch etwas Rechenleistung übrig, geben wir halt noch die Bewegtbilder mit dazu.“, ähnlich wie bei der Einführung des GSM-Handynetzes und der übrig gebliebenen Bandbreite, die man mit so etwas „blödsinnigem“ wie Platz für Kurzmitteilungen füllte. Nun schien Canon vom Erfolg dieses Resterampenfeatures wohl etwas überrascht und dachte sich: „Da gibts wohl einen Markt. Nehmen wir doch die Filmfunktion, dazu einen potenten Sensor, entwickeln einen platzsparenden Codec, lassen die lästige Fotofunktion weg und verkaufen das ganze für den doppelten Preis.“ Die C100 war geboren. Mit ihrem hervorragendem Lowlight-Verhalten, einem aussergewöhnlichem Dynamikumfang und dem fürs Grading fantastisch geeignete Codec konnte sie sich schnell als dicker Stern am Kamerahimmel behaupten. Nach der 5D MK II brachte Canon 2012 das Nachfolgemodell MK III im DSLR Markt heraus, mit besserem Sensor und Prozessor, wovon auch die Videofunktion profitierte. Bald darauf schaffte es das Team von Magic Lantern, mit einer alternativen Firmware aus der MK III RAW- Aufnahmen in FullHD herauszukitzeln. Die Qualität der RAW-Bilder ist zweifelsohne fantastisch, jedoch sind es auch die anfallenden Datenmengen und der umständliche Workflow, was diese Funktion zu einer theoretischen Variable verkommen liess. Nun prescht Panasonic mit seiner spiegellosen Kamera GH4 aus dem Gebüsch, um mit dieser 4k-Fotoknipse für schlappe 1500 Euro (nur Body) Canon das Fürchten zu lehren. Die Filmwelt ist gespalten wie seit 2008 nicht mehr, ob diese Kamera der ersehnte Revoluzzer ist, oder … nun irgendwie doch nicht.

Die Jungs von DSl Pictures Entertainment haben einen Shootout zwischen diesen drei Kameras gemacht. Die Unterschiede sind schon bemerkenswert, aber seht selbst!

 

Die Schärfe der GH4 ist auf 1080p zurück gerechnet wirklich unglaublich für diesen Preis. Sie wird ab Mitte Juni für 1500 Euro zu kaufen sein. Die C100 kostet 4500 Euro, der 5D mk III Body 2900 Euro.

 

Grüsse, Stephan von Starshine Pictures.