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„Gerry“: Eine Behind The Scenes Story von Joe Simon

Neben vielen erfolgreichen Weddingfilmern in den USA zählt Joe Simon wohl zu den bekanntesten. Er etablierte mit seiner Art, dem Hochzeitsfilm einen cineastischen Touch zu geben, eine ganz neue Ära. Getragen von der Revolution durch die DSLRs und der damit erschwinglich gewordenen „Kinoqualität“ für jedermann, filmt Joe seit vielen Jahren erfolgreich Hochzeiten und ist weltweit gebucht. Wir hatten im April diesen Jahres das Glück an einem seiner seltenen Workshops in Europa teilnehmen zu können. Dies bot uns die Gelegenheit, Einblick in seine Art und Herangehensweise an seine filmsche Arbeit zu erlangen. Seit wenigen Jahren betreibt Joe neben seinem „Joe Simon Wedding Films“ auch den Ableger „The Delivery Men“, worunter er ebenfalls gemeinsam mit Hussain Pirani Commercials und ähnliches produziert. Nun haben sie im Auftrag von Kessler Crane eine kleine Minidoku erstellt, die zeigen soll, wie einfach man mit den Tools von Kessler ausdrucksstarke Bilder einfangen kann.

Auf der wirklich sehr informativen und schön gestalteten Seite „Kessler University“ schreibt Joe nun, wie er dieses Projekt gemeinsam mit seinen Kollegen realisiert hat. Ich werde versuchen, euch den Text sinngemäss zu übersetzen. Um es im Original zu lesen schaut doch bitte auf die Seite von KesslerUniversity. Die Links findet ihr ganz am Ende dieses Beitrages.

 

Pre Production

Nachdem ich von einem Kunden für ein Projekt angefragt werde setzen verschiedene Denkprozesse ein. Ist dies die Art Arbeit die wir machen wollen? Passt das in die Art wie wir filmen? Können wir uns damit identifizieren? Denn wenn wir uns nicht damit identifizieren können werden wir keine 100%ige Arbeit bringen. Wenn wir das Projekt angenommen haben fragen wir uns, wie wir einen Film erstellen, der genau das schafft was der Kunde möchte. Wie können wir es gewährleisten dass der Kunde seine Investition zurück bekommt? Dann geht es ans Brainstormen um ein Konzept zu finden. Ist das Konzept einmal erstellt, tauchen wir mit dem Storyboard, dem Script und der Shotliste tiefer in die Vorproduktion ein. Anschliessend überlegen wir welches Equipment und wie viele Leute wir für die Crew brauchen.

Dafür geht viel Zeit drauf. So eine Vorproduktion ist wirklich aufwändig, aber damit steht und fällt eine Produktion. Speziell für diesen Film, der als Mini-Dokumentation geplant war, benötigten wir allerdings nicht ganz so viel Zeit.

Er schickte uns einige Bilder damit wir uns ein Bild von den Räumlichkeiten machen konnten um das Beleuchten zu planen. Ich machte mir auch Notizen darüber wie ich zum Beispiel den Tisch mit Gegenständen ausstaffiere, um einen interessanten Vordergrund zu schaffen, oder über spezielle Aufnahmen die ich unbedingt machen will.

Bevor wir irgendwelches Equip abladeten haben wir zunächst einen Rundgang gemacht um uns ein Bild von dem zu verschaffen was uns erwartet.

Aussenaufnahmen

Für die Aussenaufnahmen benutzten wir unser MoVi um Gerry und seine Familie zu filmen, wie sie sich rund ums Haus bewegen, Fische fütterten und so weiter. Um die geographische Lage und die Landschaft aus der Luft zu zeigen filmten wir mit dem Quadrokopter DJI Phantom 2 mit 3-Achsen-Gimbal.

Engraving-Room-Wide-with-Lights

Beleuchtung

Im ersten Raum stand Gerrys Arbeitstisch mit seinen Gravurwerkzeugen und ein Mikroskop mit einem wirklich hellen Licht, das Tageslichtcharakter hatte. Zudem gab es ein Fenster dass nach Westen gerichtet war und etwas Licht herein liess, mir aber nicht gefallen hatte. Also haben wir einige extragrosse schwarze Müllsäcke genommen und diese mit Tape vor das Fenster geklebt. Ziel war es, den Raum komplett dunkel zu haben und dann mit dem Beleuchten bei Null anzufangen. Ich wollte das Licht über ihm verstärken, also befestigten wir ein 200 Watt Lowel Pro Licht mittels eines Statives über ihm, plus ein Gel (Farbfilter) um das Licht natürlicher und diffuser wirken zu lassen. Allein das geb uns schon ein tolles Licht für diesen Raum und seinen Arbeitsplatz. Die Waffe an der er arbeitete reflektierte das Licht von unten direkt in sein Gesicht. Wir nutzten einige LEDs um die Wände im Hintergrund zu beleuchten, oder um kleine Akzente zu setzen. Wie zum Beispiel der Plattenspieler oder die Safes auf der anderen Seite. Wir benutzten auch einen Vernebler um mehr Tiefe im Raum zu gestalten. So entstand die Illusion dass man die Luft im Raum sehen kann, was eine weitere Ebene schuf.

Joe-Wide-Main-Room

Die Kameras

C300
Die C300 benutze ich für alles. Warum ich sie mag:

1. Sie ist kompakt und klein, also kann ich sie schnell überall in verschiedenen Konfigurationen aufbauen und benutzen
2. Sie braucht nicht tonnenweise Speicherplatz, es reichen CF Karten, und der sinnvolle Codec ist gut in der Post händelbar.
3. Sie nimmt in C-Log auf, was mir einen tollen Dynamikumfang bringt und mir erlaubt die Farben so weit zu graden wie ich möchte. Es fühlt sich an als würde man mit einer RED oder F55 oder Alexa drehen. Zumindest wenn man im Log-Modus ist und gut beleuchtet bekommt man ein wirklich vergleichbares Bild.

C100
Meine C100 hat das Autofocus Update. Daher benutzten wir sie im ersten Raum für die Aufnahmen mit dem Kessler Kran und dem Rev 2 Schwenk- und Drehkopf. Mit dieser Kombo konnten wir wirklich dynamische Aufnahmen machen. Wir konnten ganz nah an der Waffe beginnen um dann nach oben zu gehen, vor und zurück und dabei die Kamera zu rotieren um einen zusätzlichen Effekt zu generieren. Wir waren begeistert wie gut das Ergebnis aussah.

Joe-UniDrive-Sketching1

Zeitraffer

Wir filmten auch in einem weiteren Raum im Haus, im Zeichenzimmer, wo er seine Design-Skizzen anfertigt bevor er mit dem Gravieren der Waffen beginnt. Dort machte der zweite Filmer einen Zeitraffer mit Hilfe des Kessler Parallax. Dafür benutzten wir die 5D MK3, die wir während er zeichnete an ihm vorbei führten und gleichzeitig drehten. Das war ein grossartiges Mittel um filmisch zu zeigen wie zeitaufwändig dieser Prozess ist.

Joe-Simon-Parallax

Links:

In The Field With Joe Simon

Home

Gerry: A Kessler Short

http://joesimonweddingfilms.com/
http://the-delivery-men.com/

 

 

 

Grüsse, Stephan von Starshine Pictures